Andreas Osiander

Andreas Osiander

Ein Kriminalfall, eine infame Beschuldigung und eine Verteidigung der Juden

Der Nürnberger Reformator Andreas Osiander (1496/98-1555) gehörte zu den wenigen Theologen der Reformationszeit, die Juden gegen ungerechtfertigte Anklagen verteidigten, denen diese seit dem Mittelalter ausgesetzt waren. Die perfideste und gefährlichste dieser Anklagen war die Behauptung, Juden bemächtigten sich christlicher Kinder, um sie zu töten und ihr Blut zu gebrauchen. Als im Frühjahr des Jahres 1529 ein neunjähriger Knabe in der Ortschaft Pösing (bei Pressburg) tot aufgefunden wurde, kam während der Obduktion der Verdacht auf, die ortsansässigen Juden seien für den Mord verantwortlich zu machen. Daraufhin verfasste Osiander einen Traktat, in dem er mit theologischen und logischen Gründen die Widersinnigkeit dieser Anschuldigung nachwies und Überlegungen anstellte, wie die wahren Mörder zu finden seien.

Kooperation mit dem Institut für christlich-jüdische Studien und Beziehungen an der Augustana Hochschule

Veranstaltungsnummer9309
DozentInProf. Dr. Matthias Morgenstern, Professor für Religionswissenschaft und Judaistik
ZeitDienstag, 12.03.2019 19.00 - 21.00 Uhr
OrtRaum E.01 - Großer Saal
VeranstaltungsartVortrag - Diskussion